Charles Dutoit dirigiert wieder – Berlioz in Paris

Charles Dutoit kommt wieder zum Dirigieren. Nach den Vorwürfen wegen sexueller Belästigung verschiedener Musikerinnen schien die Karriere des international bis dahin so gefragten und viel beschäftigten Musikers Ende 2017 abrupt am Ende. Alle eng mit ihm verbundenen Orchester wandten sich von ihm ab und aberkannten ihm zuvor grosszügig verteilte Ehrentitel. Inzwischen stellte das – von Dutoit  lange Jahre international erfolgreich geleitete – Orchestre Symphonique de Montréal nach einer externen Untersuchung das Verfahren ein, allerdings ohne ein klar entlastendes Resultat. Andere laufen weiter. Dennoch scheinen sich die Türen für Dutoit da und dort wieder zu öffnen, zumindest in der Alten Welt. charles-dutoit-mar-13 KopieAuch in der Schweiz gab es mit dem Silvesterkonzert des Orchestra della Svizzera Italiana in Lugano einen Auftritt. Ausserdem wurde vor einiger Zeit bekannt, dass der Dutoit Erster Gastdirigent der traditionsreichen St. Petersburger Philharmoniker wird – seine nächsten Konzerte mit dem Orchester finden Ende Mai statt.

Und nun springt er am kommenden Sonntag, 3. Februar 2019, beim Orchestre National de France für den erkrankten Emmanuel Krivine ein. Auf dem Programm in der Philharmonie de Paris steht – in einer konzertanten Version – Hector Berlioz’ «La Damnation de Faust», ein Werk also, das zu Dutoits bevorzugtem Repertoire gehört. Der 82jährige Schweizer Dirigent kehrt damit ans Pult eines Orchesters zurück, dessen Chef er zwischen 1991 und 2001 war. (am)

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