Simon Rattle geht nach München
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© Warner Classics

Es war schon länger spekuliert worden, jetzt ist es fix: Simon Rattle wird Chefdirigent beim Orchester des Bayerischen Rundfunks und damit Nachfolger von Mariss Jansons, der im Dezember 2019 verstorben ist. Rattle hat einen ab der Saison 2023/24 laufenden Fünfjahresvertrag mit dem Münchner Orchester unterzeichnet. Konsequenzen hat das für den aktuellen Wirkungsort Rattles, das London Symphony Orchestra. Dort hat der Dirigent seinen 2022 auslaufenden Vertrag nur um eine weitere Saison verlängert.

 

Ivry Gitlis gestorben
IvryGitlis 2010 in Paris © Tamar Moshinsky Wikimedia Commons
IvryGitlis 2010 in Paris © Tamar Moshinsky Wikimedia Commons

Ganz zum 100. hat es ihm nicht gereicht: An Weihnachten ist der Geiger Ivry Gitlis im 99. Lebenjahr in seiner Wahlheimat Paris gestorben. Der 1922 in Haifa geborene Künstler war einer der eigenständigsten und eigenwilligsten Klassik-Stars des 20. Jahrhunderts. Er spielte was er wollte und mit wem er wollte bis hin zu John Lennon oder Jazz-Grössen seiner Zeit. Und selbst im höchsten Alter suchte er immer noch den Kontakt zur Bühne und zu seine Publikum. So legendär wie sein zigeunerhaft virtuoses Spiel war seine nie nachlassende Suche nach de Kern eines Werks, das ihn zu Interpretationen weitab es geigerischen Schönklangs führte – nachzuören auf vielen Einspielungen. Im letzten Herbst zum Beispiel erschien bei Hänssler Profil eine CD-Box mit einigen seiner Einspielungen des grossen Geigenkonzert-Repertoires aus seinen frühen Jahren.

«Ein hygienisch blitzsauberes Spiel ist nicht unbedingt ein Zeichen guter Gesundheit». (Ivry Gitlis)

Ivry Gitlis: Besprechung CD-Edition «The Legend»

Salzburg 2021

Die Salzburger Festspiele setzen auf die Corona-Impfung und haben ihr Programm für den Sommer 2021 bekannt gegeben. Nachdem im vergangenen Sommer mit einem stark reduzierten, aber künstlerisch gewichtigen Programm ein starkes Lebenszeichen des gerade 100 Jahre alt gewordenen Leuchtturm-Festivals in die Welt gesandt wurde, soll das Jubiläum im kommenden Jahr noch einmal so richtig gefeiert werden.

Am 10. Dezember gab der Intendant Markus Hinterhäuser das Programm für das Jahr 2021 bekannt. Mozarts «Don Giovanni» und Luigi Nonos «Intolleranza 1960» bilden die Eckpunte des Musiktheaterprogramms, dazu kommen Händels «Trionfo» und Puccinis «Tosca» mit Anna Netrebko von den Pfingstfestspielen. «Così fan tutte» und «Elektra» von diesem Jahr werden wieder aufgenommen.

Im Schauspiel gibt es verschiedene Facetten von Shakespeares Richard, inszeniert von Karin Henkel, Hoffmansthals «Das Bergewerk von Falun» in der Regie von Jossi Wieler, Schillers «Maria Stuart» von Martin Kusej, und Lars Eidinger ist der neue «Jedermann».