Riccardo Chailly bleibt Chefdirigent beim Lucerne Festival Orchestra
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Riccardo Chailly @ Decca Classics

Maestro Chailly hat seinen Vertrag beim Festival-Orchester des Lucerne Festival bis ins Jahr 2026 verlängert. 2016 hatte er die Leitung dieses von Claudio Abbado bis dahin jeden Sommer aus herausragenden Solisten und Orchestermusikern in Luzern zusammengestellten Orchesters übernommen. Er erweiterte das Repertoire mit Werken von Richard Strauss, Strawinsky oder Rachmaninow. Letzterer steht auch im Programm des Sommers 2021 im Zentrum. Daneben figurieren Mahlers erste Sinfonie und die «Wozzeck»-Musik von Alban Berg auf dem Programm.

«Als Chefdirigent das Lucerne Festival Orchestra weiter zu leiten zu dürfen, erfüllt mich mit grossem Stolz», kommentiert Riccardo Chailly. «Ich sehe es weiterhin als wichtige Aufgabe, den aussergewöhnlichen Klang dieses Orchester zu bewahren, denn es ist Claudio Abbados beein­druckendes künstlerisches Vermächtnis. Gleichzeitig ist es wichtig, für die Zukunft mit diesen herausragenden Musikern neue künstlerische Horizonte zu erschliessen und dem Publikum neue musikalische Welten zu eröffnen. Mit vielen Musikern fühle ich mich mittlerweile freundschaftlich verbunden, und ich freue mich, gemeinsam mit Michael Haefliger die kommenden Jahre mit viel Begeisterung und kreativer Energie zu planen.»

Zudem teilte das Lucerne Festival mit, dass aufgrund der Ungewissheit in Pandemie-Zeiten das detaillierte Konzertprogramm des Sommer-Festivals (10. August bis 12. September 2021) erst Anfang Mai veröffentlicht werden kann. Damit startet auch der Vorverkauf erst am 17. Mai online und am 19. Mai telefonisch und schriftlich. Die Frühlings-Ausgabe des Festivals wurde bereits abgesagt.

www.lucernefestival.ch

Zürich und Basel beim Berliner Theatertreffen
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«Medea» von Leonie Böhm in Zürich @ Gina Folly

Das Berliner Theatertreffen ist der Olymp des deutschsprachigen Theaters. Eine Fach-Jury wählt die jeweils zehn bemerkenswertesten Theater-Inszenierungen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz aus, und lädt im Mai nach Berlin. Das ist in diesem, generell etwas anderen Theaterjahr, nicht anders. Erfreulicherweise mit dabei sind auch das Schauspielhaus Zürich und das Theater Basel.

Zürich ist sogar doppelt vertreten in der 58. Theatertreffen-Auswahl, mit der «Medea»-Adaption der Hausregisseurin Leonie Böhm und Christopher Rüping, der mit «Einfach das Ende der Welt» nach Jean-Luc Lagarce bereits zum vierten Mal eingeladen wurde. Und aus Basel wurde zudem Max Frischs «Graf Öderland» von Stefan Bachann erkoren, den der Intendant Andreas Beck mit ans Müncher Residenztheater brachte. Mit dabei auch sonst die üblichen Verdächtigen: Das Burgtheater Wien (mit Barbara Frey – eine Schweizer Regisseurin – und ihrem «Automatenbüffet» von Anna Gmeyner), das Schauspielhaus Hamburg (mit Karin Beier und ihrer Version von Rainald Goetz‘ «Reich des Todes»), natürlich Berlin (ebenfalls zweimal das Deutsche Theater mit Schillers «Maria Stuart» in der Inszenierung von Anne Lenk und dem «Zauberberg» nach Thomas Mann von Sebastian Hartmann).

Aber auch drei bemerkenswerte Produktionen aus der Freien Szene wurden von der Jury würdig befunden, den Jahrgang 2020 zu repräsentieren: «Name her. Eine Suche nach den Frauen+», eine Produktion von Marie Schleef in Kooperation mit dem Ballhaus Ost (Berlin), den Münchner Kammerspielen und dem Kosmos Theater Wien, das Tanztheater «Scores that shaped our friendship» von Lucy Wilke und Pawel Dudus aus München (der «schwere reiter») sowie «Show me a good time» von der Performance-Gruppe Gob Squad, uraufgeführt im Berliner HAU. Hier ist als Koproduzentin auch das Berner Schlachthaus-Theater mit dabei. Der Corona-Jahrgang ist also ein herausragend profilierter für die Schweizer Theaterszene.

Die Jury übrigens hält nicht nur konsequent an ihrem 50%-Anteil an weiblichen Regisseurinnen für die nächsten zwei Jahre weiter fest, sondern konstituiert sich auch laufend neu. Nach drei Jahren fällt jeweils die Amts-Guillotine, dieses Jahr auch für den Schweizer Kritiker Andreas Klaeui. In seine Fusstapfen tritt Mathias Balzer von der Basellandschaftlichen Zeitung.

Reinmar Wagner

Mirga verlässt Birmingham
Mirga Grazinyte-Tyla_©Frans Jansen
Mirga Grazinyte-Tyla © Frans Jansen

Mirga Grazinyte-Tyla, die gerade ein beeindruckendes Debüt beim Sinfonieorchester Basel gegeben hat, will ihren Vertrag beim City of Birmingham Symphony Orchestra nur um ein Jahr verlängern und danach als Gastdirigentin weiter mit dem Orchester zusammen arbeiten. Sie wolle sich von administrativen Aufgaben in diesem Moment ihres musikalischen Lebens lösen und Zeit für ihre musikalischen Projekte gewinnen, sagte die 34jährige Dirigentin aus Litauen dazu.