«Madame Butterfly» bei den Bregenzer Festspielen

Von der Hitze in die Traufe: Die Festspielpremiere auf der Seebühne fiel nach der Hälfte den Gewitterfronten zum Opfer. Bis dahin sahen wir eine eher unspektakuläre Inszenierung von Andreas Homoki.

Choreografien für «Madame Butterfly» von Andreas Homoki © Anja Koehler / Bregenzer Festspiele

Die Gewittergötter hatten ein perfektes Timing an diesem Premierenabend am Bodensee: Pünktlich zum Auftritt des Onkels Bonzo, der Butterfly mit viel Härte und Mitleidlosigkeit an Familie, Ehre und Tradition gemahnt, fing das himmlische Feuerwerk an und entfachte ein Wetterleuchten über Friedrichshafen. Der Wind frischte auf und blähte die gigantische US-Flagge, die vorher lustlos herabgehangen hatte. Nur leider kam der Wind aus der Richtung der Gewitterstürme, womit absehbar war, dass die Premiere vielleicht nicht würde draussen zu Ende gespielt werden können. So kam es dann auch. Continue reading

«Io senza te» bei den Thunerseespielen

Mit zwei Jahren Verspätung gab es das Peter, Sue & Marc-Musical «Io senza te» auf der Bühne des Thunersees.

© foto4you.biz / Thunerseespiele

Vorpremieren haben auch ihr Gutes: Unser Mond war zwar noch nicht ganz voll, aber er beleuchtete über dem Niesen und ein paar harmlosen Wölkchen stehend nett die zweite Hälfte des Seebühnen-Musicals in Thun. Der Supervollmond zwei Tage später hingegen konnte nur noch allenfalls knapp die Heimkehr des Premierenpublikums begleiten.

Ihr Schlechtes hingegen haben Vorpremieren auch: Die Tontechniker waren noch nicht so ganz auf der Höhe ihrer Aufgaben, und damit ist nicht der Mikrophon-Aussetzer zu Beginn der zweiten Hälfte gemeint, sondern die immer mal wieder noch nicht ausgeglichene Balance unter den Sängerstimmen: Manche deutlich zu stark, andere wiederum unterbelichtet. Mit Sicherheit wird sich das einpendeln, spätestens bis am 11. August. Dann gibt es nämlich wieder einen Vollmond, nicht Super, aber immerhin sollte er es, wenn das Wetter will, zum Schlussapplaus schaffen. Gespielt auf der Thuner Seebühne übrigens wird länger, bis am 27. August.

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Mehr als Verdi-Oper – die St. Galler Festspiele

© Xiomara Bender / St. Galler Festspiele

Auf dem Klosterhof vor der barocken Fassade mit den charakteritischen Doppeltürmen der Kathedrale steht die Freiluftbühne für Verdis Oper «Giovanna d’Arco», die musikalisch in den Händen des St. Galler Chefdirigenten Modestas Pitrenas und szenisch in denjenigen der tschechischen Regisseurin Barbora Horáková Joly liegt. Drinnen im Kirchenraum lässt der bulgarische Choreograph Dino Kirilov Milev die Tänzerinnen und Tänzer der St. Galler Compagnie zu Musik von Pärt oder Vasks «Gegen den Strom» schwimmen. Und im Konzertprogramm begegnen europäische Barockensembles der tunesischen Sängerin Ghalia Benali, der Tenor Marco Beasley singt solo, das Vokalensemble La Venexiana singt Monteverdi und «Les Inattedendus» spielen Bachs «Kunst der Fuge». Lesen Sie unsere Sonder-Ausgabe zu den St. Galler Festspielen hier.