Musik & Theater 5-6.2026 ist erschienen

Unsere Titelgeschichte ist der Mezzosopranistin Elīna Garanča gewidmet. «D’amour l’ardente flamme», die Arie der Marguerite aus «La Damnation de Faust» von Berlioz stand schon auf dem Programm, als Elīna Garanča zusammen mit Matthias Schulz am Klavier im Herbst die erste Saison des neuen Zürcher Intendanten eröffnete. Jetzt ist die lettische Mezzosopranistin in der ganzen Partie zu hören: Ab 10. Mai steht die farbig instrumentierte Oper dreimal auf dem Spielplan. Konzertant zwar leider nur, aber damit haben die Höllenchöre vielleicht umso stärkere Wirkung. Dirigiert wird das Stück von Yves Abel, den Faust singt Saimir Pirgu. Die Titelgeschichte können Sie her lesen.

Weitere Themen in unserer Mai-Juni-Nummer sind die St. Galler Festspiele mit ihrer Produktion von «Aida» und dem Abschied von Modestas Pitrenas. Oder das Bachfest Schaffhausen, bei dem Wolfgang Katschner unter anderem einen Euro Baroque Song Contest veranstaltet. Oder das Trio Gaspard mit seinem konzentrieren Konzertwochenende in Ernen, Anastasia Kobekina, Kirill Gerstein, die Musikerfamilie Darbellay oder die ICMA-Gala in Bamberg. Das vollständige Inhaltsverzeichnis finden Sie hier lesen.

«Nichts ist Ornament, nichts ist Show, nichts ist Überschwang, alles trifft unsere Seele»

Francesco Piemontesi über Schubert und Liszt

Francesco Piemontesi @ Camille Blake

Schuberts Klaviermusik, und insbesondere die letzten drei Sonaten, gehören zu den absoluten Lieblingswerken des Tessiner Pianisten Francesco Piemontesi. Und der überragende Klang-Magier unter den Tastenkünstlern hat wiederholt bewiesen, dass er sehr viel Persönliches darin zu sagen hat. Für sein Konzert bei der Schubertiade Schwarzenberg, die auch auf dem Programm der M&T-Leserreise am 24. Juni steht, wählte er Schuberts G-Dur-Klaviersonate D 894 und stellt sie an der Seite von Liszts musikalischen Bildern seiner Schweizer Reise, dem ersten Band seiner «Années de Pèlerinage». Continue reading

Annäherungsversuch in der Turnhalle

Emmanuelle Haïm dirigiert am Opernhaus Zürich «Scylla et Glaucus», die einzige Oper von Jean-Marie Leclair. Die Inszenierung von Claus Guth verlegt die Handlung in ein Internat.

Ein unheimlicher Amor geistert durch die Gänge dieses Internats. © Bilder: Monika Rittershaus / Opernhaus Zürich

Landschaften, Bäume und Bauern, Quellen, Meer und Sizilien. Dazu Götter- und Unterwelten, Wind und Gewitter: Leclairs Oper spielt im Freien und in der Natur. Übrig geblieben davon ist kaum etwas in der Inszenierung von Claus Guth. Irgendjemand muss im oberen Stock mal ein Fenster offen gelassen haben: Ein bisschen Herbstlaub flattert herein. Ansonsten sind die Elemente gezähmt – vordergründig jedenfalls. Continue reading