Michael Balke dirigiert grosses Benefizkonzert für die Ukraine

Balke
Michael Balke

Die geschlossene und konsequente Reaktion der westlich orientierten Länder auf Russlands Überfall war nicht unbedingt zu erwarten und hat Putin ganz offensichtlich auf dem falschen Fuss erwischt. Noch umfassender ist die Welle der Hilfsbereitschaft, die sich unter anderem in einer enormen Fülle an Benefizkonzerten für ukrainische Menschen und Institutionen manifestiert.

Eines der ambitioniertesten geht am 18. Juni (19 Uhr) über die Bühne der Münchner Isarphilharmonie, es ist aber auch als Live-Streaming zu empfangen: Michael Balke dirigiert ein Orchester, das sich aus ukrainischen Musikern und Mitgliedern der grossen Münchner Orchester zusammen setzt, die Geigerin Arabella Steinbacher oder der Tenor Levy Sekgapane treten auf. Der ehemalige deutsche Bundespräsident Joachim Gauss übernahm die Schirmherrschaft. Mit dem Erlös soll namentlich die Musikschule in Butscha wieder aufgebaut und mit Instrumenten ausgestattet werden.

Weitere Informationen und Live-Streaming: www.concertfortomorrow.com

 

«Le Grand Rituel» – Strawinskys «Sacre» in Winterthur

© Musikkollegium Winterthur

Das Musikkollegium Winterthur bricht mit einer künstlerisch offenen Rückblende auf epochale Momente seiner Geschichte in neue Gefilde auf. Im Zentrum des zweiwöchigen Festivals «Le Grand Rituel» steht Strawinskys Ballett «Le Sacre du Printemps», das bei seiner Uraufführung für einen Skandal sorgte. In einer riesigen ehemaligen Industriehalle wird es mit jugendlichen Tänzerinnen und Tänzern aufgeführt. Der Chefdirigent des Musikkollegiums, Roberto Gonzáles-Monjas und der Direktor Dominik Deuber stehen hinter dem Grossprojekt.

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«Presenza» – neue Konzertformen mit Sol Gabetta in Lugano

Sol Gabetta © Julia Wesely

Vor einem Jahr unter Pandemie-Bedinungen probierten das Orchestra della Svizzara Italiana (OSI), die Cellistin Sol Gabetta und ihr Lebenspartner, der Kurator Balthazar Soulier das Konzept aus: «Presenza» – Welche Möglichkeiten gibt es, die Institution des klassischen Konzerts anders, neu oder auch nur ein bisschen ungewohnt zu inszenieren. Wir sprachen damals mit den beiden und dem OSI-Intendanten Christian Weidmann. Das Interview ist unten angefügt.

Erste Erfahrungen konnten 2021 gesammelt werden, jetzt geht es quasi unter «Normalbedingungen» richtig los: Über Pfingsten, vom 3.-5. Juni wird das LAC in Lugano zum Experimentierfeld für Interpreten wie Publikum. Dabei geht es gerade nicht um neue Musik, sondern darum, die konzertante Musik der Vergangenheit, diesmal insbesondere diejenige des 19. Jahrhunderts mit ihrem Fokus auf instrumentaler Brillanz und der Magie des Auftritts von begnadeten Virtuosen, die damals nicht anders als heutige Rockstars gefeiert und verehrt wurden, in anderem, neuem oder vielleicht nur ein bisschen ungewohntem Licht zu erleben.

Der Begriff des «Werks» wird hinterfragt, ebenso wie die theatrale Dimension eines Auftritts, und es geht auch darum, das etwas erstarrte Ritual eines üblichen Konzert-Ablaufs aufzulockern und spielerlisch zu durchbrechen. Cellokonzerte von Saint-Saëns oder Lalo stehen dabei zum Beispiel Opernmusik von Bizet oder Kammermusik von Rossini gegenüber.

Das Programm

Das Interview mit Sol Gabetta, Balthazar Soulier und Christian Weidmann von 2021 zu Presenza