Die Rückkehr des Tonhalle-Orchesters 
© Georg Aerni / Tonhalle-Orchester

Nach vier Jahren in der Tonhalle «Maag», dem sehr gelungenen Interludium im Provisorium in hellem Holz und mit unwiderstehlichem Industrie-Charme, kehrt das Tonhalle-Orchester an seinen Stammplatz zurück. Der weltberühmte und akustisch herausragende Konzertsaal aus dem Jahr 1895 wurde in den letzten vier Jahren – einem mehr als geplant – umfassend saniert, renoviert und von einigen 80er-Jahre-Sünden befreit, und steht ab der kommenden Saison nicht nur dem Tonhalle-Orchester, sondern etwa auch dem Zürcher Kammerorchester und weiteren Veranstaltern wieder offen.

Das Grundgrau der Farbgebung ist natürlich geblieben, das Gold ist auch nach dem Neuanstrich noch etwas gebrochen und das Rosa der Säulen hat seine Mattheit behalten dürfen. Grösstes Plus für die Konzertbesucher ist der freigelegte Zugang auf die Terrasse mit Blick auf See und Alpen. «See you am See» heisst denn auch launig das Motto des Tonhalle-Orchesters. In der kommenden Saison, der bereits dritten unter Chefdirigent Paavo Järvi, steckt viel Aufbruchstimmung und Optimismus. Das Pandemie-Jahr scheint ist nur noch ferne Erinnerung, kein einziges Mal streute die Intendantin Ilona Schmiel auch nur leiseste Planungszweifel in die ambitionierte und eloquent präsentierte Saison-Vorschau.

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Anton Gerzenberg gewinnt den Concours Géza Anda
Anton Gerzenberg © Dmitry Khamzin

Mit einem fulminanten Liszt-Auftritt im Finalkonzert überzeugte der deutsche Pianist die Jury am meisten und gewann den 15. Concours Géza Anda, zum 100. Geburtstag des Pianisten noch spezielles Gewicht erhielt. Der 1996 in eine Hamburger Musikerfamilie geborene Pianist ist aktuell Student von Pierre-Laurent Aimard in Köln. Seine Mutter ist die Piastin Lilya Zilberstein. Mit ihr gehört er zum Freundeskreis von Martha Argerich und trat auch im Tessin am «Progetto Martha Argerich» bereits auf. Den zweiten Preis erspielte sich der Brite Julian Trevelyan, der auch den Mozart- und den Publikumspreis gewann, und den dritten der Tscheche Marek Kozak.

Zahl der Kulturschaffenden um fast 5% gesunken

Während der Covid-19-Pandemie im Jahr 2020 reduzierte sich in der Schweiz die Zahl der Kulturschaffenden im Vergleich zum Vorjahr um 4,7% wie das Bundesamt für Statistik bekannt gab. Frauen und Kulturschaffende mit Teilzeitpensen waren vom Rückgang stärker betroffen. In den ländlichen Gemeinden war die Abnahme zudem fast dreimal so hoch wie in den Städten. 

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