Jordi Savall, der Sohn des Abendsterns

Der Gambist und Dirigent Jordi Savall, der fast 20 Jahre in Basel wirkte, erhielt den Ernst von Siemens-Musikpreis, dotiert mit 250’000 Euro.

Jordi Savall © Rui Camilo

Diesen Preis wird Jordi Savall bestimmt nicht zurück geben. Das hat er schon einmal gemacht, der katalanische Musiker: 2014 wurde ihm der Premio Nacional der spanischen Regierung verliehen. Aber Savall verweigerte die Annahme, und warf den Ministern Inkompetenz und Desinteresse am Erbe der spanischen Kulturgeschichte vor. Er hat viele Auszeichnungen erhalten in den mittlerweile über 50 Jahren seiner grossen Musiker-Laufbahn, darunter auch einen Ehrendoktor der Universität Basel. Der Ernst von Siemens-Musikpreis ist mit Sicherheit die höchst dotierte Auszeichnung unter ihnen. Er wird wegen der Höhe des Preisgelds auch gerne als «Nobelpreis der Musik» bezeichnet. Continue reading

Alain Perroux und sein erster Spielplan für Genf

Alain Perroux, fotografiert von Carole Parodi @ Grand Théâtre de Genève

April-Mai, es ist die Zeit der Spielplan-Präsentationen. Besonders spannend sind die dort, wo neue Intendanten ihre erste Saison vorstellen. Das konnte Alain Perroux tun, der ab Juni das Grand Théâtre de Genève führt und den Stab von Aviel Cahn übernimmt, der sechs Jahre lang ambitioniertes Musiktheater in die Rhonestadt brachte und ab nächster Saison in Berlin an der Deutschen Oper wirkt. Continue reading

Musik & Theater 5-6.2026 ist erschienen

Unsere Titelgeschichte ist der Mezzosopranistin Elīna Garanča gewidmet. «D’amour l’ardente flamme», die Arie der Marguerite aus «La Damnation de Faust» von Berlioz stand schon auf dem Programm, als Elīna Garanča zusammen mit Matthias Schulz am Klavier im Herbst die erste Saison des neuen Zürcher Intendanten eröffnete. Jetzt ist die lettische Mezzosopranistin in der ganzen Partie zu hören: Ab 10. Mai steht die farbig instrumentierte Oper dreimal auf dem Spielplan. Konzertant zwar leider nur, aber damit haben die Höllenchöre vielleicht umso stärkere Wirkung. Dirigiert wird das Stück von Yves Abel, den Faust singt Saimir Pirgu. Die Titelgeschichte können Sie her lesen.

Weitere Themen in unserer Mai-Juni-Nummer sind die St. Galler Festspiele mit ihrer Produktion von «Aida» und dem Abschied von Modestas Pitrenas. Oder das Bachfest Schaffhausen, bei dem Wolfgang Katschner unter anderem einen Euro Baroque Song Contest veranstaltet. Oder das Trio Gaspard mit seinem konzentrieren Konzertwochenende in Ernen, Anastasia Kobekina, Kirill Gerstein, die Musikerfamilie Darbellay oder die ICMA-Gala in Bamberg. Das vollständige Inhaltsverzeichnis finden Sie hier lesen.