Pferd frisst Hut. Oder umgekehrt?
Der doppelte Herbert: Grönemeyer und Fritsch katapultieren Eugène Labiches Komödie «Ein Florentiner Hut» in Basel auf das Klamauk-Niveau des 21. Jahrhunderts.

Es war eine Affiche, die aufhorchen liess: Herbert Grönemeyer schreibt eine Oper im Auftrag des Theaters Basel. Der deutsche Popstar hatte zwar durchaus zu Beginn seiner Karriere in Bochum als Theatermusiker gearbeitet, aber seine Songs, mit denen er schliesslich berühmt wurde, bestachen eher durch ihre gut formulierten Texte und die typische Weise, mit der Grönemeyer sie gesungen hat, als durch eine avancierte Musiksprache.
So ist nun «Pferd frisst Hut» schliesslich auch heraus gekommen: Grönemeyer schrieb 16 Songs, die von Thomas Meadowcroft für grosses Orchester arrangiert wurden. Zwei instrumentale Stücke, die jeweils die beiden Teile eröffnen erweisen sich aus musikalischer Warte als das Innovativste der neuen Partitur. Die Songs sind kaum mehr als kurze und relativ einfach gestrickte Gesangsnummern, die brav verteilt fast jeder Figur auch einen Auftritt als Sänger oder Sängerin ermöglichen – was die Basler Ensemble-Mitglieder auch allesamt gut bis bravourös bewältigten. Brilliert haben vor allem Christopher Nell als von allen bis zum Umfallen Getriebener Fadinard oder Sarah Bauerett als (auch stimmlich) laszive Hutverkäuferin.


