Pferd frisst Hut. Oder umgekehrt?

Der doppelte Herbert: Grönemeyer und Fritsch katapultieren Eugène Labiches Komödie «Ein Florentiner Hut» in Basel auf das Klamauk-Niveau des 21. Jahrhunderts.

Bilder © Thomas Aurin / Theater Basel

Es war eine Affiche, die aufhorchen liess: Herbert Grönemeyer schreibt eine Oper im Auftrag des Theaters Basel. Der deutsche Popstar hatte zwar durchaus zu Beginn seiner Karriere in Bochum als Theatermusiker gearbeitet, aber seine Songs, mit denen er schliesslich berühmt wurde, bestachen eher durch ihre gut formulierten Texte und die typische Weise, mit der Grönemeyer sie gesungen hat, als durch eine avancierte Musiksprache.

So ist nun «Pferd frisst Hut» schliesslich auch heraus gekommen: Grönemeyer schrieb 16 Songs, die von Thomas Meadowcroft für grosses Orchester arrangiert wurden. Zwei instrumentale Stücke, die jeweils die beiden Teile eröffnen erweisen sich aus musikalischer Warte als das Innovativste der neuen Partitur. Die Songs sind kaum mehr als kurze und relativ einfach gestrickte Gesangsnummern, die brav verteilt fast jeder Figur auch einen Auftritt als Sänger oder Sängerin ermöglichen – was die Basler Ensemble-Mitglieder auch allesamt gut bis bravourös bewältigten. Brilliert haben vor allem Christopher Nell als von allen bis zum Umfallen Getriebener Fadinard oder Sarah Bauerett als (auch stimmlich) laszive Hutverkäuferin.

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Nationalrätin Estelle Revaz

Estelle Eve GrynbergMan wird die Garderobe für die Parlamentarier im Berner Bundeshaus erweitern müssen: Neben Aktentaschen wird ab der nächsten Session auch ein Cellokoffer dort Platz finden müssen. Die 34jährige Cellistin Estelle Revaz hat auf der Liste der Genfer SP den Sprung in den Nationalrat geschafft. Politisch auf sich aufmerksam gemacht hatte Estelle Revaz vor allem während der Pandemie, als sie sich mit Engagment und einigem Erfolg für die Entschädigung der Verdienstausfälle von Kulturschaffenden eingesetzt hatte. Seit 2015 ist sie Mitglied im «Forum des 100», einem Dialog-Netzwerk in der Romandie, in dem Persönlichkeiten quer durch die Parteien, Verbände und Institutionen Zukunfts-Szenarien diskutieren.

Paavo Järvi gewinnt Gramophone Award

Felicity Lott © Colin Miller / Gramophone

In der Nacht vom 4. Oktober präsentierte James Jolly zum 25. Mal als Chefredaktor der einflussreichen britischen Zeitschrift die «Gramophone Awards», nicht zu verwechseln mit den «Grammys», die von der amerikanischen Recording Academy in Los Angeles (ähnlich wie die Oscars für die Filmindustrie) vergeben werden und auch (weniger beachtete) klassische unter ihren beinahe 100 Kategorien führen.

Aber für Klassik-Produktionen dürfen eher die «Gramophone Awards» den «Oscar»-Status als wichtigste Trophäe beanspruchen – zusammen natürlich mit den ICMA-Awards, in deren Jury auch «Musik & Theater» sitzt. In einem mehrstufigen Prozess wählt das Autorenteam der Zeitschrift die Gewinner in aktuell elf Kategorien und weiteren Spezial-Preisen wie «Aufnahme des Jahres», die an einer Gala verkündet und verliehen werden. Ab 8. Oktober 20 Uhr ist die Veranstaltung auf Youtube und weiteren Plattformen abrufbar.

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