M&T 9-10/2024 ist erschienen

TITEL BACHUnsere Titelgeschichte im September-Oktober ist eine ganz besondere. Wir haben uns bei den Bachwochen Thun und bei ihrem künstlerischen Leiter Vital Frey zeigen lassen, wie man mit Künstlicher Intelligenz (und immer noch viel Hand-, Kopf- und Spezialisten-Arbeit), einen Komponisten wie Bach von seiner Perücke befreit und ihn ganz höchstpersönlich auf Youtube auftreten lassen kann. Das Ergebnis lesen Sie hier und den Link zum Video finden Sie hier.

Mit Bach beschäftigt sich auch Rudolf Lutz seit Jahrzehnten. Seine Gesamteinspielung sämtlicher Bach-Kantaten ist auf der Zielgeraden. Aber Lutz ist alles andere als ein Musiker auf Einbahnstrasse. Im November geht er Fragen nach Leiden, Sterben und Erlösung nicht nur in einer Bach-Kantate sondern auch im «Deutschen Requiem» von Brahms nach. Das Gespräch dazu finden Sie hier.

Weitere Themen in unserem Herbst-Heft sind das Jahres-Jubiläum von Anton Bruckner und die Frage nach den epochalen Einspielungen seiner Sinfonien, der Einstand des Theater-Provokateurs Milo Rau bei den Wiener Festwochen, ein Blick auf die Bilanz von John Neumeier in Hamburg oder Festspiel-Eindrücke aus Bregenz, Aix und Bayreuth.

Das komplette Inhalts-Verzeichnis können Sie hier lesen.

 

Tolle Salzburger Bilanz

Davide Luciano als Don Giovanni © Monika Rittershaus / Salzburger Festspiele

Die Rekord-Auslastung von 98.5 Prozent im Vorjahr erreichte der Jahrgang 2024 zwar knapp nicht. Mit 98.2 Prozent zogen die Salzburger Festspiele dennoch eine hervorragende Bilanz. Über eine Viertelmillion Besucher aus 77 Ländern meldete das Festival, 172 Aufführungen und über 30 Millionen Euro Einnahmen (Vorjahr: 29 Millionen). Das sind beeindruckende Zahlen im 104. Jahr des Bestehens, entsprechend zufrieden zeigten sich die Verantwortlichen. Fünf szenische Produktionen in der Oper und drei im Schauspiel bot das Programm 2024 neben 85 Konzerten. Besonderes Interesse fand neben dem «Don Giovanni» von Romeo Castellucci die Oper «Der Idiot» von Mcieslaw Weinberg. M&T wird darauf zurück kommen.

Kurt Weill in der Konzertscheune

Valentin Reymond © Pierre-William Henry / Les Jardins Musicaux

1998 gründete Valentin Reymond das Festival «Les Jardins Musicaux» in Cernier in den Hügeln des Neuenburger Juras. Eine Scheune am Dorfrand ist bis heute der Veranstaltugnsort. «La Grange aux concerts» hat in diesen über 20 Jahren eine Vielzahl von Aufführungen erlebt. Der Fokus liegt dabei auf der Musik des 20. und 21. , Jahrhunderts und besonders auf Werken mit szenischen Elementen, die Reymond mit unermüdlicher Energie meist selbst dirigiert.

Blick in die Konzert-Scheune von Cernier

Ein Höhepunkt des laufenden Festivals ist am kommenden Freitag (19.30 Uhr) und Samstag (18 Uhr) die szenische Einrichtung von Kurt Weills letzter Zusammenarbeit mit Bertolt Brecht, die satirisch aufgeladene Familiengeschichte «Die Sieben Todsünden». Die Sopranistin Sarah Maria Sun singt dabei nicht nur die Partie Anna I + II, sondern auch die extra eingeschobenen Koloratur-Arien aus Ligetis Meisterwerk «le Grand Macabre». Die weiteren Solisten sind Paul Kirby, Stuart Patterson, Benoît Capt und Grzegorz Rózycki. Anne Gillot ist die Sprecherin, Valentin Reymond dirigiert und die Inszenierung übernimmt Christian Rätz.

Noch bis 1. September 2024, http://www.jardinsmusicaux.ch