Musik & Theater 11-12.2025 ist erschienen

Wir widmen unsere Titelgeschichte Gianandrea Noseda, der als Chefdirigent des Zürcher Opernorchesters diese Saison fast ganz den Werken von Giuseppe Verdi widmet. Im Interview verrät er nicht nur, warum diese Musik ihn schon immer fasziniert hat, sondern auch, wie Verdi mit untrüglilchem Gespür und erstaunlich wenig Mitteln die Dramaturgie seiner Opern voran zu treiben verstand. Zudem wollten wir natürlich wissen, wie Noseda mit der Situation in Washington umgeht, wo die Trump-Administration beim Kennedy-Center Einfluss nimmt, was den seit acht Jahren amtierenden Dirigenten des National Symphony Orchestra mit betrifft. Lesen Sie das ganze Interview hier.

Zudem finden Sie in unserer aktuellen Nummer ein langes Gespräch mit Freddie De Tommaso, dem britischen Tenor-Shooting-Star, der soeben die Saison in London an der Seite von Anna Netrebko mit «Tosca» eröffnet hat. Oder Sie finden ein Gespräch mit Ludwig Wicki, der in jahrzehntelanger hartnäckiger Arbeit mit seinem 21st Century Orchestra Luzern zu einem Zentrum für Live-Musik zu den grossen Blockbustern Hollywoods gemacht hat und von den Eigenheiten der berühmten Filmmusik-Komponisten, die er dabei kennen gelernt hat, erzählt. Wie immer finden Sie auch zahlreiche Berichte der wichtigsten Ereignisse quer durch die Musikwelt, zum Beispiel über die Saison-Eröffnung am Opernhaus Zürich mit dem «Rosenkavalier». Das komplette Inhaltsverzeichnis

Mit Musik&Theater zur Schubertiade Schwarzenberg

Musiker bei der Schubertiade @ Christoph Lingg

Das traditionsreiche Festival im Vorarlberg kann 2026 sein 50jähriges Jubiläum feiern. Reisen Sie mit Musik&Theater an das bedeutendste Schubert-Festival der Welt und hören Sie das Abschiedskonzert des Hagen-Quartetts und ein Rezital des feinsinnigen Schweizer Pianisten Francesco Piemontesi. Kunst und Architektur von Angelika Kauffmann bis Peter Zumthor begleiten Sie ebenso wie ein Einblick ins Innere der Seebühne der Bregenzer Festspiele, wo man Verdis «La Traviata» vorbereitet.

Reisedaten: Sonntag 21. Juni bis Donnerstag 26. Juni 2026. Residenz: Hotel Post in Bezau.

Das volle Programm finden Sie hier als PDF: Leserreise Schubertiade

Ukrainische Melodien in der Ark Nova 

Das Lucerne Festival zieht eine zufriedene Bilanz des Sommer-Festivals 2025.

Im Innern der Arche © Lucerne Festival

Erster Eindruck: Es fehlen Männerstimmen. Das ist nichts besonders Überraschendes in einem Amateur-Chor, mit diesem Manko, besonders was die Tenöre betrifft, kämpfen fast alle Chöre im Land. Bei einem Ensemble aber, das sich aus Geflüchteten aus der Ukraine zusammen setzt, ist dieser Umstand noch einmal ganz anders zu werten: Männer im wehrfähigen Alter dürfen die Ukraine im Kriegszustand gar nicht verlassen, so ist es nachvollziehbar, dass sie im Chor «Prostir», der sich aus geflüchteten ukrainischen Stimmen in der Schweiz zusammensetzt wird, zwangsläufig fast ganz fehlen.

Der Dirigent allerdings, der ist ein Profi: Oleksii Yatsiuk besitzt einen Master in Chorleitung von der Staatlichen Akademie Kharkiv und studiert an der Musikhochschule Luzern Dirigieren. Der eine Bass und die beiden Tenöre, die sich dennoch für den Auftritt in der Ark Nova des Lucerne Festivals frei machen konnten, taten zwar ihr bestes, aber gegen die Macht der Frauenstimmen hatten sie logischerweise wenig auszurichten. Continue reading