Opernhaus Zürich: Matthias Schulz stellt seine erste Spielzeit vor

Matthias Schulz, Intendant Opernhaus Zürich © Gaetan Bally

Keine Revolutionen, aber neue Akzente: Ab 1. August ist der 47jährige deutsche Pianist und Kulturmanager Matthias Schulz Intendant des Opernhauses Zürich. Seine erste Spielzeit bringt viele neue Namen, interessante Raritäten, aber bewahrt auch das Bewährte. Vor allem: Das Haus läuft weiterhin, wie seit Jahrzehnten, auf Hochtouren. 13 Premieren in der Oper, zwei davon konzertant, vier im Ballett umfasst die Saison 2025/26 neben prominent besetzten Wiederaufnahmen und Konzerten.

Die Opern-Hausgötter bleiben auf ihren Sockeln: Richard Strauss («Rosenkavalier» zur Saisoneröffnung mit Diana Damrau unter Joana Mallwitz), Verdi («La Forza del Destino» unter Gianandrea Noseda mit Anna Netrebko), Mozart («La Clemenza di Tito» mit Marc Minkowski), Wagner («Tannhäuser» inszeniert von Thorleifur Örn Arnasson mit Tugan Sokhiev als Wagner-Debütanten). Aber auch Raritäten finden sich, etwa Hindemiths «Cardillac» (mit Kornel Mundurczo und Fabio Luisi) und die Oper «Scylla et Glaucus» von Leclair als Prunkstück eines zehntägigen Barock-Festivals im Frühling.

Zusammen mit Hamburg zeigt man ein neues Musiktheater von Olga Neuwirth und Elfriede Jelinek (Regie: Tobias Kratzer). Mit Thom Luz mischt ein interessanter Theatermacher mit, weitere «Labor»-Projekte experimentieren mit zeitgenössischen Formen. Wichtig ist Matthias Schulz Öffnung und Offenheit. Die populären «Oper für alle»-Abende werden ausgebaut, man bringt die Oper in Kinos des Kantons, es gibt ein Kinder-Orchester und eine Quartier-Aussenstation in Oerlikon.

Chefdirigent bleibt Gianandrea Noseda, und auch mit Cathy Marston im Ballett herrscht Kontinuität. Sie setzt auf ikonische Stücke grosser Choreographen wie Mats Ek, Forsythe oder Hans van Manen und kombiniert sie mit den Arbeiten junger Kollegen. Sie selbst entwirft mit Prokofjews «Romeo und Julia» ein grosses Handlungsballett.

Neu-alt ist die Bildsprache: Die allegorischen Theaterfiguren auf dem Dach des Opernhauses von 1891 prägen als Silhouetten das Erscheinungsbild. Neu-alt heisst das Orchester wieder «Orchester der Oper Zürich» womit das nie wirklich heimisch gewordene «Philharmonia»-Etikett entsorgt wird.

Sämtliche Daten finden Sie hier. Der Vorverkauf für Abonnements beginnt Mitte April, Einzelkarten sind ab 21. Juni erhältlich.

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