Schiffbruch für das Luzerner Theater
Von den etablierten Parteien war keine dagegen, nicht einmal die SVP. Praktisch sämtliche Institutionen standen hinter dem aus einem sorgfältig geführten Wettbwerb hervorgegangen Projekt eines Theaterneubaus beim bestehenden Gebäude auf dem Platz neben der Jesuitenkirche. Dennoch hat sich eine Mehrheit der Luzerner Stimmbevölkerung gegen das Projekt entschieden. Die Gründe sind viel- und tiefschichtig, ein zentrales Argument war sicherlich der städtebaulich herausfordernde Ort mitten im historischen Luzerner Stadtbild.
Wie es weiter geht, ist damit vollkommen offen. Die Gegner waren einfach dagegen, alternative Ideen wurden nicht präsentiert. Zugespitzt kann man festhalten: Im bestehenden Bau ist Stadttheater auf dem bisherigen Niveau nicht möglich. Und ein neues Luzerner Theatergebäude kann entweder am bestehenden Ort untergebracht werden – aber dann sicher nur praktsich unsichtbar, sprich unterirdisch – oder an die Peripherie gebaut werden. Ob man das wirklich will in Luzern? Die Diskussionen sind offener denn je, nach der «Salle modulable» erleidet ein weiteres Kultur-Projekt in Luzern spektakulär Schiffbruch. Wir sind ja dankbar, dass immerhin das KKL seinerzeit hat realisiert werden können. (rw)
