James Levine gestorben
 
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Er war der König der Met: James Levine dirigierte 2500 Vorstellungen von 85 verschiedenen Werken an New Yorks berühmtem Opernhaus – einem der renommiertesten der Welt. Bereits am 9. März ist er im Alter von 77 Jahren gestorben, wie sein Arzt am 17. März bekannt gab.

James Levine war ein musikalisches Wunderkind. Geboren wurde er 1943 in Cincinnati als Sohn eines Textilfabrikanten und einer Schauspielerin. Schon mit zehn Jahren trat er als Pianist auf. An der Juilliard School in New York bekam er Unterricht von den besten Lehrern. Dass er neben dem romantischen Standardrepertoire auch die Musik der Moderne insbesondere der Zweiten Wiener Schule schätzen lernte, verdankt sich dem Unterricht durch den legendären Geiger Walter Levin.

Sein Debüt an der Met gab Levine 1971. Der junge Mann mit den wuscheligen Locken eroberte das Haus im Sturm. Zwei Jahre später wurde er mit nur 29 Jahren Chefdirigent, 1976 Musikdirektor auf Lebenszeit. Die viereinhalb Jahrzehnte unter seiner Leitung gelten als künstlerische Glanzzeit. Die grössten Sängerinnen udn Sänger jener Jahre trug er auf Händen. Sie verehrten ihn dafür und sahen in Levinee einen Helfer, der viel von den Möglichkeiten und Grenzen menschlicher Stimmen erstand.

Auch im sinfonischen Repertoire bewegte sich James Levine souverän. Die Orchester in Boston und die Münchener Philharmoniker vor allem führte er zu Höhenflügen und bewies seine Fähigkeiten als Motivator und Klangfarben-Regisseur auch beim damals neu gegründeten Jugendorchester des Verbier Festivals. Überschattet wurde seine Karriere durch den jahrelangen sexuellen Missbrauch von Jugendlichen, was schon früh bekannt war und schliesslich 2018 zu seiner Entlassung in New York führte.

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