Jonas Kaufmann – Eklat in der Elbphilharmonie

 

Im Rahmen seiner Tournee mit dem Sinfonieorchester Basel und Mahlers «Lied von der Erde» machte Jonas Kaufmann auch in der Hamburger Elbphilharmonie Station. Doch statt dem erwarteten musikalischen Höhenflug geriet der Abend – bei dem der Sänger nicht nur den Tenor-, sondern auch den Bariton-Part sang – zum Desaster. Alles lief aus dem Ruder, da einzelne Besucher – sichtbar aufgebracht und durch laute Zwischenrufe rücksichtslos untermalt – während der Aufführung ihre Plätze wechselten oder gar den Saal verliessen. Das beeinträchtigte selbstredend die Konzentration des Solisten, für den die Leute ja in die Elbphilharmonie gepilgert waren. Genauer: um ihn zu hören! Und daran erhitzten sich die Gemüter: Offensichtlich erweist sich der prestigiöse und allerorten gehypte Konzertsaal in verschiedenen Platzsektoren für vokale Darbietungen als problematisch oder gar ungeeignet.

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Sinfonieorchester Basel/© Gregor Hohenberg

Kaufmann hat bereits angekündigt, er möchte bei seinem nächsten Hamburger Auftritt mit einem Liederabend lieber in der altehrwürdigen Laeiszhalle singen. Der Klang des grossen Saales der Elbphilharmonie habe «auch mit der Materialwahl zu tun, die mich am Anfang sehr verstört hat. Mit Holz gäbe es einen wärmeren, weichen Klang. Das ist eine Krux, mit der Hamburg nun wohl leben muss», so Jonas Kaufmann im Interview, ebenfalls mit dem «Hamburger Abendblatt», «ich frage mich auch wirklich, ob man nur bei der Planung dieses Saals einzig an Konzerte mit großen Orchestern gedacht hat und nicht an die Vielfalt unseres Metiers.»

In verschiedenen Foren mit Stimmen betroffener Konzertbesucher wird aber auch die klangliche Abstimmung zwischen dem Orchester und dem Solisten an diesem Abend in Frage gestellt. Womit selbstredend auch der Dirigent des Konzerts (Jochen Rieder) in den Fokus der Kritik gerät.

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